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-Meine Arbeitswelt

Arbeitswelt - eine Frau blickt zurück

Mit 15 Jahren habe ich die Schule verlassen, obwohl ich eine Einserschülerin war. Ich habe eine Lehre als Drogistin abgeschlossen und mit der Konzessionsprüfung meine Gewerbeberechtigung erhalten. 1987, mit 23 Jahren, habe ich mich mit einem Naturkostladen in Wien 23 selbstständig gemacht. Ich hatte Erfolg damals, als BioPionierin. Erst letzthin hat mir Werner Lampert bestätigt, dass er nie gedacht hätte, dass ich an diesem Platz in Liesing mit einem Naturkostladen Erfolg hätte. Und ich hatte.

1994 übergab ich den Laden meinem Ex-Mann und zog in die Welt, um Kinder zu kriegen. Die Hormone hatten mich gepackt, ich war 30 und wollte es wissen. Neuer Anfang, neue Umgebung, neuer Mann, viele Wirren und Mühen. 1995 kam Emil zur Welt, 1997 Sebastian und 1999 Daniel. Zwischen 1994 und 2008 bin ich 6x umgezogen. Immer mit Sack und Pack und Kids - beim letzten Umzug nach Neulengbach waren es 150 Bananenkartons. Zwischen 1994 und 2008 habe ich neben dem, dass ich mich auch um meine Kinder kümmerte, eine Privatschule gegründet und einige Jobs nebenbei gemacht (Hauptsache, es kam Geld rein) und über das Verwalten der Elternverträge für die Privatschule meine Affinität zur Technik und zu Datenbanken entdeckt. Wir wohnten in dieser Zeit immer eher beengt, das Geld war immer knapp. Das wollte ich ändern - und zog aus, um eine passende Arbeit neben den Kindern zu finden, eine größere Wohnung (jeder sollte sein Zimmer bekommen) zu finanzieren und ein Zuhause für die Familie zu schaffen. Ich kann mich noch erinnern, wie die Wäscheberge im Badezimmer fast wie von selbst gewachsen sind - einfach, weil ich rund um die Uhr beschäftigt war und erst am Wochenende Zeit fand, alles wieder aufzuarbeiten. 2009 kam dann der Zusammenbruch (hat das wen gewundert?) und mein gesamtes Leben stand Kopf, war nicht mehr so, wie ich es geplant hatte (ah geh!).

Es folgte eine traumatische Scheidungszeit und 2010 stand fest - jetzt musste ich vor allem wieder Fuß in der Arbeitswelt fassen. Es war mir von Anfang an klar, dass ich mit meinem erlernten Beruf in einem angestellten Arbeitsverhältnis nie das Geld für Wohnung und Kinder erarbeiten konnte. So machte ich mich wieder selbstständig, diesmal im technischen Bereich (Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung). Der Weg zurück war hart und steinig. Hatte ich 1994, als ich meinen Mann und den Laden verließ, schon einmal alles neu begonnen, so war ich damals halt 30. Mit 46 schaut die Welt anders aus. Wieder alles neu aufbauen, wieder Netzwerk schaffen, wieder Kontakte knüpfen und zu neuen Ufern aufbrechen. Heute blicke ich auf neue 6 Jahre Selbstständigkeit zurück und kann es kaum fassen, was ich da wieder alles umgesetzt habe.

Ende 2013/Anfang 2014 hatte ich eine schwere LWS-Erkrankung, weil ich viel zu wenig auf mich geschaut hatte (das wundert jetzt wohl auch niemanden). In dieser Zeit habe ich mein Arbeitsverhalten abermals dramatisch verändert, habe angefangen, mich in den Mittelpunkt meiner Arbeitswelt zu stellen und nicht das Geld. In dieser Zeit lernte ich auch das Projekt ′Augenhöhe′ und die Menschen dahinter kennen, habe die Bücher von Anja Förster und Peter Kreuz verschlungen. Ich werde immer konsequenter in meinen Schritten, um wirklich das zu arbeiten, was ich liebe. Demnächst werde ich 52 und ich merke, mein Weg ist noch lange nicht zu Ende. Ich habe das Glück, inzwischen einen Partner an meiner Seite zu haben, der mich voll und ganz in meiner Selbstständigkeit unterstützt. Meine 3 Jungs arbeiten alle schon und das mit Freude, weil sie sehen - es ist möglich. Und ich höre nicht auf, das zu arbeiten, was mir Freude macht. Ich bin keine Mietsklavin, die ihren Verstand an der Eingangstür von Arbeitsgebern abgibt. Ich weiß, dass ich oft unangenehm widerspreche - ja, so ist es. Ich habe meine Erfahrungen und ich weiß über meine Bereiche, wo ich mich auskenne, Bescheid. Wie viele Chefs gibt′s eigentlich, die glauben, sie wüssten über jeden Bereich der heutigen Arbeitswelt ganz genau alles, nur, weil sie Chef sind? Zu viele!

Die frohe Botschaft für alle, die auch mit 50+ Arbeitsperspektiven suchen - es lohnt sich, zu sich und seinen Erfahrungen zu stehen. Kontra zu geben und selbstbestimmt zu arbeiten. Es beflügelt. Ich habe etwas zu sagen! Ich leiste meinen Beitrag genau dort, wo ich meine Stärken habe! Und auch ich irre manchmal und lerne daraus. Ja, ich liebe es, Fehler zu machen, weil aus meinen Fehlern lerne ich neues. Die Kultur des Scheiterns macht mich stark. Ich wage. Und ich bin ein Fan des lebenslangen Lernens! Du auch?

Ich beschäftige mich mit Crowdfunding und begleite dazu Projekte, habe mir dadurch hier einiges an Wissen angeeignet, wie man Crowdfunding perfekt für Marketing nutzen kann, ich blogge und vlogge, gestalte Websites (und baue sie auch manchmal um, dank Q2E) und schreibe Content, bearbeite Fotos und entfalte mich kreativ im Indesign (sehr zur Freude meiner Druckerei in der Nähe). Und ich beschäftige mich viel mit Social Media, hier vor allem, wie kann man nützlichen Content kreieren und mit seiner Community auf Augenhöhe kommunizieren. Und ihr wisst - in all diesen Bereichen geht es gar nicht anders, als ständig neu zu lernen! Also, los, wagt es auch - auf zu neuen Ufern!

Ein Interview mit mir von Doris Rittberger - entstanden nach meiner LWS-Erkrankung

Tipps

Anja Förster, Peter Kreuz
Hört auf zu arbeiten
Macht, was ihr liebt
Nur Tote bleiben liegen
http://www.foerster-kreuz.com/autoren/

Lars Vollmer - Wrong Turn
http://larsvollmer.com/publikationen/

Augenhöhe-Community
http://augenhoehe-community.de/

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