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Loslassen-Liebe - auf eine Wand gemalt Zoom

Loslassen

Nun sind meine drei Söhne alle erwachsen. Der Jüngste hat im Dezember 2017 seinen 18.Geburtstag gefeiert. Drei erwachsene Söhne. Wie sich das anfühlt? Wo ist die Zeit geblieben? Waren sie nicht eben noch klein und haben in der Sandkiste gespielt? So viel Zeit im Zwischenraum und doch alles so rasch passiert ... meinen Vorsatz, jede Sekunde mit meinen Kindern zu genießen, auch, wenn es schwierig ist, habe ich bis heute durchgezogen.

Wohin die Reise geht ...

Meine Söhne sind nun groß, eigenverantwortlich und machen sich auf ihre eigene Reise. Beruflich sind sie alle auf einem sehr guten Weg, privat wirken sie manchmal scheu auf all die gesellschaftlichen Herausforderungen. Familiäres und soziales Handeln ist ihnen wichtig, aber in der Zeit von Socal Media erscheint das oft schwierig, im Alltag umzusetzen. In Summe bin ich immer wieder erstaunt, wie fest sie in der Realität stehen und sich durch die Menge an menschlichen Informationen durchkämpfen.

Wohin meinen Reise geht ...

Ich merke, dass ich älter werde. Meinen ersten Sohn habe ich mit 30 Jahren bekommen. Nun bin ich 53 Jahre alt. Emotionale Wellen begleiten mich in meinem neuen Lebensabschnitt, Mutter von drei erwachsenen Söhnen zu sein. War ich bisher diejenige, die alles geregelt hat, übernehmen meine Söhne gewisse Arbeiten und Bereiche, wo ich anfange, älter zu werden. Sie tragen den Einkauf, heben Schweres, erklären mir die Welt, erzählen mir von den neuesten Neuigkeiten. Hast du schon gehört, hast du schon gelesen? Was ist der Trend ??? - oft habe ich keine Ahnung mehr, weil ich mich auf anderen Wegen befinde.

Ein Lied holt mich zurück ...

Die Zeit des Vergessens bricht für mich an. An manche Dinge erinnere ich mich noch sehr gut, manche sind wie ausgelöscht oder nur mehr verschwommen wahrnehmbar. Erinnere ich mich richtig? War das so? Oft fragen mich meine Söhne: ′Mama, kannst dich noch an xxx erinnern?′ ... manchmal ja, manchmal nein, manchmal ′ah, so war das?′

Im Golf meines ältesten Sohnes durfte ich mit voller Lautstärke ′We will rock you′ hören. Mit Tränen in den Augen habe ich ihn gebeten, sollte ich mich mal nicht mehr erinnern können, muss er mich mit diesem Lied zurück holen.

Was ist das nur, diese Art von Sentimentalität???

Wie fest sitze ich im Sattel meines Lebens und kann meine Kinder getrost ziehen lassen? So viele Jahre waren sie Bestandteil meines Lebens, nun gehe ich schon lange eigene Wege über meine Arbeit und meine Aktivitäten. Wir treffen uns am Esstisch und beim gemeinsamen Einkauf. Was, wenn das irgendwann auch wegfällt? Was bleibt?

Ich hatte immer das Gefühl, dass es ′mein′ Leben auch gibt - und jetzt rückt die Zeit für immer mehr ′mein′ Leben immer näher. Ich hatte ein Leben VOR meinen Kindern, ich habe eines danach.

Mit einem großen Unterschied.

DAVOR war ich nicht Mutter - danach bin ich es immer - bis an mein Lebensende. (Das sagt einem übrigens auch keiner vorher)

Wohin wird uns gemeinsam die Zukunft führen? Wie werden wir sie gestalten? Wie viel Last hat mein ältester Sohn zu tragen, einfach dadurch, weil er überall der Erste war, überall Vorbild für seine Brüder ist (egal, wie bewusst sie das selber haben). Wie werden sie gemeinsam damit umgehen?

Wie er die Welt sieht ...

Mein Jüngster versucht mich immer wieder in Bereiche der unterschiedlichsten Erklärungen über unsere Welt, unser Universum und unser Sein zu entführen. Spannend für mich! Oft habe ich keinen Text, dann würde ich gerne klug antworten und merke, es reicht einfach, meine Erfahrung dazu zu erzählen. Michaela, so, wie sie die Welt sieht - ohne den Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Und wie gut es tut, zu sagen, das weiß ich nicht, ich glaube, es ist so und so ... aber, wenn du es genau wissen willst, dann frage XXX oder lies ... dort nach.

Der soziale Spiegel ...

... wird mir von meinem mittleren Sohn vorgehalten. Unermüdlich setzt er sich dort ein, wo es an sozialer Kompetenz fehlt. Er hat so ein Gespür dafür ... und versucht auszugleichen. Auch zwischen seinen Brüdern. Wahrscheinlich lernen das die ′Sandwichkinder′ von Anfang an. Ausgleichen, zurück halten, zur Not aus dem Schussfeld gehen und danach die Scherben mit allen gemeinsam zusammen setzen und kleben und heilen lassen.

Hier könnte jetzt ein Ausblick stehen ...

Der Ausblick, der mir bleibt, ist, die Zukunft aktiv anzugehen. Wachsam zu sein, zuzuhören, zu gestalten, Fehler zu machen, daraus zu lernen, weiter zu machen. Raum zu geben, damit Gemeinsames entstehen kann.
Und die ′Kinder′ als ′Erwachsene′ auf ihren Wegen ziehen lassen. Und ihnen liebevoll nachblicken ... und winken ... und in Liebe ein paar Tränen vergießen

Nachgefragtes ...

Auf Grund meiner oben geschriebenen Zeilen und meines politischen Resümees wurde mir folgende Frage gestellt: Hat dein Ausscheiden aus dem GR etwas mit dieser neuen Befindlichkeit in der Familie zu tun?

Nein, mein Ausscheiden war vorher schon so besprochen, da ich quasi in der Babypause von Sonja eingesprungen bin. Meine Söhne hätten mich gerne weiterhin im Gemeinderat von Neulengbach gesehen. Neben der Tatsache, dass ich nur Vertretung war, gibt es aber schon noch einen maßgeblichen Punkt, der sowohl etwas mit meinem Alter und meinen Söhnen zu tun hat. Ich will meine Zeit, die mir noch bleibt, um aktiv zu gestalten, so gut und effizient wie möglich einsetzen und ich habe den Eindruck, dass effizientes Handeln und aktives Gestalten im Gemeinderat eher schwierig oder nur sehr sehr langsam umzusetzen ist.

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