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-Straßentheater Irrwisch, Rudi Hebinger hält ein Auto auf
Das war die raum_wagende Zeit in Neulengbach-Blumenstrauß Zoom

Das war die raum_wagende Zeit in Neulengbach

Von 11.8. bis 2.9.2017 stand der Raum_Wagen im historischen Zentrum von Neulengbach, vis a vis der Stadtgreisslerei Brutschy, genau hinter dem alten Rathaus. Mehr als 3 Wochen raum_wagende Zeit mit einem tollen Programm - der Ausdruck von #Neulengbach #sichtbar #vielseitig. Aber wie hat das denn alles begonnen?

Wie es dazu kam ...

Mein Herz schlägt für Crowdfunding und nachhaltige Projekte, die uns unterstützen, die Zukunft zu meistern. Da ich mich für neue Wohnformen interessiere, bin ich über Tiny House-Recherchen zu einem Crowdfunding-Projekt zufällig beim Raum_Wagen (aus Linz) gelandet.

Raum_Wagen - was ist denn das???

Ich liebe Wortspielereien - Raum_Wagen - den Raum wagen - oh! Das passt ja perfekt zu meinem persönlichen Engagement für 2017 - #Bürgerbeteiligung. Gemeinsam den Raum wagen und Neues gestalten. Somit hab ich Hannah Kordes, Architektin und Initiatorin des Raum_Wagens, kennen gelernt und mich in das rote Riesenbaby, den 4 Tonnen schweren Raum_Wagen, der ein ehemaliger Feuerwehr-Veranstaltungswagen war und von Hannah zu einer Planungswerkstatt und einem Ideenlabor umgestaltet wurde (mit Küche, Werkstatt und viel Raum innen), verliebt. 

Durch den Bürgerbeteiligungsprozess der Stadtgemeinde Neulengbach zum Markenprozess gab es die Möglichkeit, Nachfolgeprojekte zu starten. Das hat mich zur Idee geführt, den Raum_Wagen als Planungswerkstatt nach Neulengbach zu bringen.

Dank der Unterstützung von Karl Hintermeier und seiner Agentur message (welche auch den Markenprozess für Neulengbach gestaltet hatte) und der Aktiven Wirtschaft Neulengbach, allen voran Martha Gruber (Martha′s Schuhkastl), Günther Frank (Modehaus Frank) und Georg Brutschy (Stadtgreisslerei), hatte ich die Möglichkeit, den Wagen für 3 Wochen mitten im Herzen von Neulengbach zu platzieren.

Ich kann mich noch an die Worte von Martha erinnern: Na dann moch ma des!
Und von Gudrun: des wird a Eigendynamik entwickeln

Und dann homas gmocht!

Wir planen dann mal ...

Der wirkliche Planungszeitraum war überschaubar.

Die Idee, zum einen eine Planungswerkstatt für das Zentrum mit seinen Einkaufsmöglichkeiten in Form einer Kundenbefragung zu installieren und gleichzeitig Betrieben, EinzelunternehmerInnen und Initiativen aus der Umgebung, Raum zur Präsentation zu geben, war schnell geboren.
Sichtbar vielfältiges Programm sollte geboten werden, an den vier Freitagen sollte ein ′Markttag light′ getestet werden und die Menschen, die im Zentrum unterwegs waren, sollten die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Wünsche vor Ort einbringen zu können.

Gesagt, getan - das Programm war mit vielen Fixveranstaltungen rasch erstellt und bot genug Raum für spontane Aktionen zwischendurch.

Mir san do ...

... komm zum Raum_Wagen und gib deinen Ideen Raum!

Auftakt war der erste ′Markttag light′ am 11.8. um 15:00. Zu Gast waren der Foodtruck von MIKE`S FARM  aus Altlengbach und das KURT FROZEN YOGURT aus Kirchstetten. Es gab Musik von DJ Markus Jan, Schafjoghurt vom Hegerberg zu verkosten und vieles mehr - die raum_wagende Zeit war somit eröffnet.

Nun konnte das Raum_wagen beginnen!

Es wurde ...


... vernetzt und geplaudert, getrascht und gefragt, aufgezeigt und bemängelt, Interesse gezeigt und verwundert geschaut, Runden gedreht und Parkplätze vermisst, Freiraum gegeben, Freiraum beansprucht und Freiraum genutzt, verweilt, besinnlich nachgedacht, Neues entwickelt, Grenzen überwunden, Einfaches umgesetzt, Schwieriges hinterfragt, Freundschaften geschlossen und Visitenkarten ausgetauscht, neue Zielgruppen erforscht und ausgekundschaftet, AHA-Erlebnisse zugelassen und Träume angeregt, Kommunikation gefördert und in Schwung gebracht, der öffentliche Raum genossen und als Diskussionsplattform genutzt, gebastelt, gewerkt, gemalt, gekocht, geraucht, in die Zukunft gedacht und geschaut, Kompetenzen entdeckt und erweitert, zum Staunen gebracht und zum Lachen auch, gespielt, gegessen und getrunken, der Sommer erlebt, die Menschen verbunden, die Zusammengehörigkeit entdeckt, die Gemeinschaft neu erfahren, Wünsche erkannt, Vermisstes benannt, der Zweck genutzt, die Möglichkeiten ausgelotet, die Bereiche erweitert, scheinbar unmögliches ermöglicht, Leichtigkeit erfahren, Nachhaltigkeit eingefordert, Werte erneuert, ′in Schubladen-denken′ aufgehoben, Schönheit ausgedrückt, Unmut und Unbehagen zu Papier gebracht, Buntes ausgelebt, Grünzeug gepflanzt und gegossen, die Sonne genossen, die Haut gebräunt, dem Eis nachgefahren, zur Ideenabgabe geschickt, Probleme erkannt und gelöst, Ideen MIT Lösungen eingebracht, das Sitzen genossen, konsumiert ohne Zwang, geplaudert ohne Hintergedanken, das Herz ausgeschüttet, Erkenntnisse gewonnen, Visionen erarbeitet, Konkretes aufgeschrieben

persönliches ...

... von mir

Die Zeit im öffentlichen Raum im und um den Raum_Wagen habe ich sehr genossen und ich möchte mich bei allen Mitwirkenden, HelferInnen, MitorganisatorInnen und allen Ermöglichern dieses Projektes ′Gib deinen Ideen Raum′ in Neulengbach bedanken. Vielleicht wissen die Menschen hier in der Region gar nicht, welche sichtbare Vielfalt sie mit sich tragen. Es ist ein buntes Miteinander und wir haben jede Menge Kompetenzen hier, die Region kann wirklich aus dem Vollen schöpfen, was Ideenreichtum, Wissen und Kreativität angeht. 

Was mir besonders aufgefallen ist:
Nahezu alle Zuzügler stehen ihrer Stadtgemeinde positiv gegenüber und schätzen das Zentrum Neulengbach mit ihrem wirtschaftlichen Angebot.
Nahezu alle hier geborenen und in Neulengbach lebenden NeulengbacherInnen starten mit Kritik in ein Gespräch über ihre Stadtgemeinde.
Ich selber gehöre zu den Zuzüglern, wohne seit 2008 in Neulengbach - nie würde mir in den Sinn kommen, ein Gespräch über Neulengbach mit Kritik zu beginnen - die Schönheit des Ortes, der Landschaft, die Vielfalt der Möglichkeiten überwiegt die Kritikpunkte um vieles - ich weiß, warum ich hier bin, ich habe es mir ausgesucht.

Dass die Menschen, die das Zentrum in Neulengbach mit all seinen Angeboten nutzen, alle in Summe mit der Verkehrssituation unzufrieden sind, hat mich doch verwundert. Ich hätte mir gedacht, dass zumindest die AutofahrerInnen (in ca 90% der Autos, die durch das Zentrum fahren, sitzt eine Person drinnen) zufrieden sind - die jedoch jammern am meisten, weil sie keinen Parkplatz finden und manchmal drei Runden kreisen, um dann unverrichteter Dinge wieder wegzufahren. 
Dh aber für mich, dass die Verkehrssituation grundsätzlich zu überdenken ist und dass mehr Parkplätze nicht die Lösung sind, vor allem zu lasten von welchem derzeit anders genutzten Raum?

Ich habe mich noch selten so getragen, unterstützt und im Fluss gefühlt wie in der raum_wagenden Zeit im Zentrum. Die Organisation und die Übergabe an andere, die den Wagen nutzten, war einfach und leicht, es war ein miteinander Raum nutzen und ein gegenseitiges Unterstützen und zur Verfügung stellen von Ressourcen. Aus meiner Sicht hat sich so etwas wie eine ′raum_wagende Community′ gebildet, die Ideen zur Nutzung sind nur so geflossen und das Projekt hat mit der Auslastung des Raum_Wagens wirklich einen Rekord erzielt!

Hannah und ich haben beim Einpacken des Raum_Wagens am letzten Tag kurz reflektiert und das Projekt in Neulengbach mit der Zeit des Raum_Wagens in Linz beim Nordico Stadtmuseum verglichen: offenbar hat Neulengbach eine passende Größe für solche Bürgerbeteiligungsformate - nicht zu klein, dass es zu wenig Zulauf gäbe, nicht zu groß, dass man sich in der Anonymität verlieren könnte - gerade richtig, um Aufsehen zu erregen und Prozesse in Gang zu bringen.

Das Thema ′Leerstand′ im Zentrum kam natürlich auch zur Sprache. Das wird wahrscheinlich so leicht auch nicht gleich zu lösen sein, da man ja auch erst die Besitzer der Leerstände mit ins Boot holen muss, wenn man nachhaltig ein Zentrum passend beleben will. Aus meiner Sicht wäre jedenfalls eine gemeinsame Nutzung eines Leerstandes von der Kunst- und Kulturszene Neulengbach (und Umgebung) sehr bereichernd, vor allem würde es die Verweildauer der Menschen im Zentrum deutlich erhöhen und das ′Shopping-Erlebnis′ aufwerten. Aber ich bin mir sicher, dass den Menschen hier noch ganz viele, andere Ideen zur Zentrumsbelebung eingefallen sind.

Wirklich spürbar (und auch so mehrfach kommuniziert) war der Wunsch nach einem gemeinsamen Platz im öffentlichen Raum, wo getratscht und geplaudert werden kann, OHNE konsumieren zu müssen. Die Menschen schätzen das Gastronomieangebot im Zentrum sehr, aber sie wünschen sich einen Ort im Freien, wo sie sich treffen können zum einfachen Austausch. Wie heißt es? ′Beim Red′n kumman die Leit zam′ oder auch ′Durch′s Red′n kumman die Leit zam′.
Ich habe es selber mehrfach erlebt, wie sich das anfühlt, in der Öffentlichkeit einer Diskussionsrunde beizuwohnen - das hat ein ganz besonderes Flair.

Bewegende Momente ...

... gab es täglich.

Gibt man Menschen Raum, so entfalten sie sich. Die Schönheit und Kreativität der Menschen in und um Neulengbach war für mich immer zu spüren, zu hören und zu sehen.

Die Vernetzung einer Frau, die Urnen töpfert, mit einem alternativen Bestattungsinstitut aus Neulengbach, war zB so ein berührender Moment.

Und das Straßentheater von Rudi Hebinger für die Aktion Raum_Wagen ein mehr als symbolischer Akt für die Wertschätzung.

Der Zukunftssalon von Stefan Bauer Wolf mit der Erkenntnis über die eigenen Kompetenzen hat mir die Möglichkeit geboten, mehr über mich und meinen Umgang mit der Zukunft zu erfahren.

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86 raum_wagende (Schnaps) Ideen
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